Radquer SM 2010, Bericht

Auch im waadtländischen Rennaz herrschten am Sonntag eisige Temperaturen. Die Strecke war grössten Teils mit Schnee und Eis bedeckt, nur an wenigen Orten vermochte der Boden aufzutauen. Trotzdem war die Strecke in gutem Zustand, kurz nach der Startgeraden bog man auf das erste Feld ein, auf dem die Absperrbänder auf den ersten Blick verwirrend viele Kurven machten. Nach dem sogenannten Schneck, bei dem die Strecke sich im Kreis windet bis man in der Mitte stark dreht und sich wieder hinaus schlängelt, kam man zu den zwei Hürden. Kurz darauf mussten die Fahrer einen Schräghang zu Fuss erklimmen, wieder auf dem Velo kurvte man um einige Bäume bevor man auf einem grossen Feld bei der Wechselzone vorbei fuhr. Beim hintersten Streckenteil galt es noch eine Treppe zu überwinden und kurz vor dem Ziel musste man noch die technisch anspruchsvollsten Stücke zurücklegen. Aufstiege gab es auf dieser Strecke eigentlich keine, nur der Schräghang und die Treppe wiesen ein paar Höhenmeter Differenz auf.

Katrin Leumann, vom Team goldwurst-power.ch / Sputnik, kam die Strecke nicht so entgegen. Die flachen Rennen machen ihr auch im Sommer auf dem Mountainbike zu schaffen. Dies mitunter ein Grund, dass sie im Winter die Radquerrennen als optimales Training nützt.
Nach den schlechten Resultaten der Vorwoche ging Katrin Leumann trotzdem mit gestärktem Selbstvertrauen ins Rennen. „In der abschliessenden Trainingswoche lief es mir sehr gut. Ich fühlte mich wieder spritzig und hatte einige gute Trainings. Auch die Streckenbesichtigung stimmte mich zuversichtlich“, meinte Leumann vor dem Rennen.
Das Elite Damen Feld wurde bereits um 10Uhr auf die Runden geschickt. Es wurde ausserordentlich schnell gestartet und schon nach wenigen Metern setzten sich die zwei Favoritinnen, Jasmin Achermann und Katrin Leumann, vom Feld ab. Dabei erwischte Achermann die Einfahrt ins Gelände als erste und verschuf sich somit einen kleinen Vorteil. Leumann hatte Mühe nach den Kurven den Anschluss zu Achermann zu halten und verlor kontinuierlich einige Sekunden. Kurz vor der ersten Zielpassage gelang es Leumann sich in den technischen Passagen nochmals knapp an Achermann heranzukämpfen, doch in der folgenden Fläche verlor Leumann erneut den Kontakt. „Ich hatte keine Chance am Hinterrad von Achermann zu bleiben. Sie war einfach stärker. Meine Beine fühlten sich zwar nicht schlecht an, doch ich kam bei dieser Kälte irgendwie mit dem Atmen an die Grenzen“, beurteilte Leumann die Situation. Die weiteren Runden drehte Leumann alleine nur noch mit der Hoffnung, dass der Führenden einen Fehler unterlaufen könnte.
Auch selbst musste sie achten, dass sie die Konzentration aufrecht erhalten konnte, denn hinter ihr kämpften zwei Fahrerinnen um den letzten Podestplatz, was das Rennen auf den letzten Runden immer sehr schnell macht! Mit 54 Sekunden Rückstand auf die Siegerin brachte aber Katrin Leumann den zweiten Rang sicher nach Hause. Weitere 30 Sekunden dahinter ergatterte sich Jennifer Sägesser den dritten Rang.
„Klar möchte man gewinnen, aber ich bin mit dem Resultat dennoch zufrieden. Ich habe gekämpft und alles versucht, doch heute lag nicht mehr drin“, gestand Leumann nach dem Rennen ein, „es ist eben auch immer schwierig zwei Saison unter einen Hut zu bringen. Für einen Sieg habe ich wohl die Trainingspause schlecht gelegt, doch ich brauchte zu diesem Zeitpunkt eine Pause, denn die Bikesaison und die anschliessenden ersten Radquerrennen brauchten sehr viel Energie.“ Um einen erneuten Titel zu gewinnen gilt es zu überlegen, ob Leumann doch erst in der zweiten Hälfte der Radquersaison einsteigen sollte.
Doch zuerst geht die Planung kurzfristig weiter und da stehen noch zwei Weltcuprennen und als Abschluss die WM in tschechischen Tabor auf dem Programm.
© katrinleumann.ch, 2010-01-12
-> z-login