Sieg in Brasilien
Am Sonntag Morgen mussten wir um 6 Uhr aufstehen. Da es um diese Zeit noch kein Frühstück gab, bekamen wir bereits am Samstag Abend ein reichhaltiges Frühstück ins Zimmer geliefert. Das Beste sind immer die frischen exotischen Früchte…
Neben dem trockenen Toastbrot wertete ich mein Frühstück noch mit Power Porrige von Sponser etwas auf. Gestärkt fuhren wir los zum Start. 8 Uhr war die Startzeit, doch der grosse Zeiger meiner Uhr hatte die 12 schon längst überschritten und es passierte noch nichts…Es läuft eben nicht alles so pünktlich wie in der Schweiz und das Schönste ist, dass es auch niemanden gestört hat und der Start dann eben mit 20minütiger Verspätung erfolgte!
Es starteten alle Kategorien zusammen und so war es ein Feld von weit über 100 Fahrern. Lange ist es her seitdem ich in so einem grossen Feld unterwegs war und ich musste mich sehr konzentrieren. Neben der Herausforderung im Peleton zu Fahren, kam noch das Abenteuer Löcher in der Strasse möglichst früh zu erkennen und auszuweichen oder aufzuspringen, dazu! Angezeigt wurde nichts und so war Reaktionsschnelligkeit das A und O! Es gab sehr viele Defekte und platte Reifen, doch ich wurde zum Glück verschont.
Ich versuchte mich stets vorne im Feld aufzuhalten ohne aber im Wind fahren zu müssen. Dies war gar nicht so einfach, denn es ging sehr hektisch zu und her, bremsen, beschleunigen und ausweichen…Es war auch sehr schwierig zu erkennen wo die anderen Frauen waren, doch ich versuchte einfach so gut wie möglich zu fahren ohne auf die anderen zu schauen.
Nach 53km, an einem Aufstieg, gab es ein U-turn und man fuhr die selbe Strecke wieder zurück ins Ziel. Das Feld riss es an diesem Aufstieg ziemlich auseinander und ich befand mich in einer Gruppe hinter der Spitze. Der Aufstieg war ziemlich streng, aber was danach kam war sau streng. Meine Gruppe wollte unbedingt zur Spitzengruppe aufschliessen und so hiess es nach dem Berg auch in der Abfahrt alles zu geben. Nach einigen harten Leidensminuten konnten wir aufschliessen und so gab es eine ca. 20-köpfige Spitzengruppe. Obwohl ich rosarote Socken vor mir sah, konnte ich ausfindig machen, dass ich die einzige Frau war in der Gruppe.
Typisch für ein Strassenrennen folgte nun eine Attacke nach der anderen. Auch an den Aufstiegen wurde nicht mit den Kräften gespart und das Rennen wurde erst so richtig lanciert.
Zwei Fahrer konnten sich absetzten und obwohl wir die Fahrer immer vor uns sahen, gelang es nicht sie wieder einzuholen. So kam ich 20 Sekunden nach dem Spitzenduo mit meiner Gruppe ins Ziel. Ich war ziemlich erschöpft und brauchte viel Wasser um mich nach knapp 2 Stunden und 40 Minuten Rennen bei über 30 Grad etwas zu erholen.
Pädi wurde in seiner Kategorie 5. und Fernando gewann bei den ü-55!!!
Nach dem Rennen sprangen wir natürlich ins Meer und schlemmten im Strandkaffee ein feines Mittagessen!
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