Weltcup Schladming 2008
Die vergangene Woche stand für Katrin Leumann unter einem schlechten Stern. Am Dienstag wurde sie bei einer Trainingseinheit auf dem Rennrad von einem Auto übersehen. Sie stiess auf einer Kreuzung frontal mit dem Auto zusammen und landete unsanft auf der Motorhaube des Fahrzeuges. Glück im Unglück, Katrin Leumann kam mit einigen Prellungen und Verspannungen glimpflich davon. Sie reiste wie geplant am Mittwoch nach Schladming zum Weltcup Final.
Das Wetter hielt sich entgegen den Prognosen ziemlich gut und auch die Veranstalter lernten aus dem Schlammassel vor vier Jahren und erbauten eine wetterfeste Strecke. Die Runde war konditionell sehr anspruchsvoll, die Biker mussten den berühmten Skihang von Planai hoch fahren, der sehr steil ist. „Ich komme mit der Strecke gut zurecht. Für mich könnte es technisch etwas schwieriger sein. Der zweite Teil macht jedoch richtig Spass zu fahren. Es sind viele kleine Wege mit engen Kurven und einem stetigen Auf und Ab“, meinte Leumann nach der ersten Besichtigung. Was ihr etwas mehr Sorgen bereitete, war die Erkältung, die nach dem Rennen in Bern erneut ausbrach.
Nach dem Unfall am Dienstag kam der zweite Schock am Samstag morgen. Die Bikes wurden aus dem abgeschlossenen Skikeller gestohlen, unter anderem auch das speziell angefertigte super leichte „Flow“ von Katrin Leumann. „Wir wollten die Bikes aufs Zimmer nehmen, doch der Hotelier drohte uns mit dem Rauswurf und einer saftigen Rechnung. Der Skikeller sei sicher und videoüberwacht, was sich im Nachhinein als Lüge herausstellte. Ich bin sehr traurig, denn dieses Bike gab es nur einmal und es war so viel Herzblut drin, das kann man mit keinem Betrag ersetzen“, meinte Leumann dazu. Von den professionellen Einbrechern fehlt bis jetzt jede Spur.
Die Motivation war danach natürlich auf dem Tiefpunkt und Leumann wäre am liebsten abgereist, auch die Rennvorbereitung wurde total auf den Kopf gestellt, doch sie raffte sich zusammen und startete am Sonntag trotzdem zum Weltcup Final auf ihrem Trainingsbike. „Das ist wie wenn man sich gewohnt ist mit einem Computer zu arbeiten und nun auf eine Schreibmaschine wechseln muss“, beschrieb Leumann die Situation.
In der ersten von fünf Runden hatte Leumann etwas Mühe ihren Rhythmus zu finden, ab der zweiten Runde fand sie ihr Tempo, hatte jedoch keinen Biss sich zu quälen und keinen Kampfgeist. Erst als von hinten eine Gruppe aufschloss und Leumann sogar überholt wurde packte sie der Ehrgeiz nochmals und sie verteidigte den 20. Rang erfolgreich. Kein Top Ergebnis, aber eine Bestätigung von einer sehr guten Saison, was auch der 15. Schlussrang im Gesamtklassement zeigt. „Ich bin sehr froh aus dem Loch von 2006 und 2007 herausgekommen zu sein und bin mit der fast perfekten Saison sehr zufrieden. Der einzige schwarze Fleck war das Augustloch“, meinte Leumann mit einem müden lächeln.
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