EM St. Wendel vom 18. Mai 2008

Die Erinnerungen an die Strecke in St. Wendel sind sehr positiv. Im Jahre 2003 konnte Leumann mit dem 10. Rang beim Weltcuprennen eines ihrer besten Resultate erzielen. Damals noch völlig überraschend für alle fuhr sie zum ersten mal als Nobody in die Weltelite.
In diesem Jahr waren die Voraussetzungen doch etwas anders. Ein Nobody ist Leumann längst nicht mehr und man erwartete eine gute Platzierung.
Bereits am Mittwoch Abend reiste Katrin Leumann nach St. Wendel um eine ideale Vorbereitung absolvieren zu können. Am Donnerstag ging es dann bei einem längeren Training auch gleich auf die Strecke zur ersten Besichtigung. „Viele Erinnerungen an die Strecke hatte ich eigentlich nicht mehr. Nur einzelne Stücke kamen mir wieder bekannt vor, doch viel verändert hat sich nicht“, erzählt Katrin Leumann nach der ersten Runde. Am Freitag stand ein lockeres Training auf der Strasse auf dem Programm und viel Erholung bevor es am Samstag nochmals auf eine schnelle Runde auf der Strecke ging. „ Es ist wichtig einige Teilstücke im Renntempo zu fahren, um das Gefühl zu bekommen wie schnell man um eine Kurve fahren kann oder wann man in einer Abfahrt bremsen oder schalten muss“, erklärt Leumann.
Der Start zum EM Rennen fand auf einer Tartanbahn statt und führt dann über eine Wiese zu einem längeren Teeraufstieg bevor es dann in den Wald zu den technischen Passagen ging. In der Nacht zum Sonntag hat es noch etwas geregnet, doch der Untergrund wurde nur etwas feucht und somit nicht tief und schlammig. Trotzdem musste man in der ersten Runde aufpassen nicht in einer Kurve wegzurutschen, denn stellenweise war der Boden wie Schmierseife. Katrin Leumann kam mit den Umständen sehr gut zurecht und nützte ihre Startfähigkeiten. Die ersten 7 Kilometer bis zur ersten Zielpassage konnte sie in der Spitzengruppe mithalten, dann musste sie etwas reissen lassen und bildete mit der späteren Europameisterin Sabine Spitz (D) ein Verfolgerduo. Während Spitz den Anschluss schaffte, musste Katrin Leumann ihren Rhythmus etwas zurück nehmen und landete so auf dem 8. Zwischenrang. Erst auf der letzten Runde wurde sie von einer dreier Gruppe eingeholt und auch überholt! „Am langen Teeraufstieg gab ich nochmals alles. Zuerst dachte ich noch, dass ich mich mit einer Fahrerin absetzen kann, doch dann zogen alle an mir vorbei. Es fehlte nicht viel, doch ich konnte nicht mehr geben. Mein Puls war höher als am Start und ich litt unglaublich und wollte unbedingt diesen 10. Rang erfüllen“, schilderte Leumann die Situation.
Zum Schluss wurde es nochmals eng, doch es gelang Katrin Leumann um 6 Sekunden nicht den geforderten 10. Rang zu ergattern und platzierte sich als zweit beste Schweizerin auf dem 11. Rang. Dies bedeutet zugleich ihr bisher bestes Resultat an einer internationalen Meisterschaft.
„Eine Seite war enttäuscht, dass es nicht für den geforderten 10. Rang reichte und die andere Seite war glücklich über das doch sehr gute Resultat. Dass ich das Kriterium dennoch erfüllte habe, habe ich erst am Montag morgen bemerkt“, sagte Leumann.
Am Sonntag ist Katrin Leumann wieder einmal in der Schweiz am Start. Beim Swisspower Cup in Gränichen startet sie als Leaderin!

Die nächsten Olympia Selektionsrennen sind: 31. Mai Weltcup in Andorra, 7. Juni Weltcup in Fort William (GB) und die WM am 22. Juni in Val di Sole (I).
© katrinleumann.ch, 2008-05-25 21:20
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