Grand Raid Cristalp 2008

Dies gab an vielen Orten etwas Unmut, doch ändern konnte man es nicht und so schloss ich mich den Goldwurst Marathonfahrern an und übernachtete auf den Samstag in Verbier. Es gab eine ziemlich kurze Nacht, denn ab 4 Uhr wollte ich natürlich das Olympische Bikerennen der Frauen nicht verpassen…hier noch herzliche Gratulation an Petra Henzi und Nathalie Schneitter!!!
Im Verlauf des Samstags verlegte ich meinen VW Bus und das Gepäck wieder nach Sion. Mit dem Bike erkundete ich den Startort Hérémence und schaute, ob ich dort oben übernachten will oder unten im Tal bleibe. Die Entscheidung war sehr einfach, denn in Hérémence hätte ich wohl noch Mühe bekundet überhaupt etwas zum Essen zu finden…ein vorzeige Kaff würde ich sagen!!!
So installierte ich mich auf dem Rasen hinter der Kaserne in Sion. Nach einem gemütlichen Abendessen bei einem Italiener genoss ich es im Bus neben meinem Bike eine kurze Nacht zu verbringen, denn um etwas vor 4 Uhr klingelte der Wecker bereits wieder! Das Frühstück konnte ich auch schon mehr geniessen, doch hier ging es nicht um ein Sonntagsfrühstück sondern rein um den Zweck Energie für das lange Rennen zu bekommen! Mit einem grossen Bus wurden alle Athleten nach Hérémence gefahren und mit einem genau so grossen Anhänger wurden die Bikes transportiert, was mir im Herzen weh tat, als ich sah, wie die Bikes geladen wurden. Ich wartete bis zum Schluss, damit mein Bike einen einigermassen komfortablen Platz bekam!
6 Uhr 15 erfolgte dann der Start noch fast bei Dunkelheit! Es war einfach unglaublich früh und noch sehr frisch…! Eigentlich hatte ich keine Ahnung, wie ich so ein langes Rennen angehen musste, mein Ziel war alle Aufstiege mit dem selben Tempo zu bewältigen und so überzog ich nicht gleich am Anfang, sondern suchte mir einen guten Rhythmus, was aber nicht hiess, dass ich mich nicht quälte!
Als ich auf dem ersten Pass ankam, ging auch schon die Sonne auf und ich freute mich über die ersten Sonnenstrahlen, doch bald stand die Sonne in einem so schlechten Winkel, dass man den schmalen Trail kaum mehr ausmachen konnte und es sehr schwierig war die Steine und Löcher zu sehen.
Die Abfahrt nach Evolène war sehr rasant und es wurde unglaublich kalt, denn bis ins Tal kam die Sonne noch lange nicht. Unten wusste ich wirklich nicht, ob ich meine Beine überhaupt noch bewegen konnte…alles war wie eingefroren, doch es musste weitergehen, wartete doch der härteste Teil noch auf mich!
Bei einer Zwischenzeit bekam ich so nebenbei noch mit, dass ich auf Rang zwei lag und freute mich darüber. Das nächste Ziel war, diesen Platz zu verteidigen.
Bald schon holten wir nun die Fahrer von der ganz kurzen Strecke ein. Es gab somit wieder mehrere Leute auf der Strecke, doch es wurde auch immer sofort Platz gemacht! Mir machte es sehr Spass mit so vielen Leuten unterwegs zu sein!
Meinen angeschlagenen Rhythmus konnte ich auch beim zweiten Aufstieg durchziehen. Bald schon sah ich den berühmten Bogen auf dem Pas de Lona und dachte mir noch so, der ist ja gar nicht mehr so weit weg…Im Nachhinein weiss ich aber, dass er noch …. weg war! Die letzten paar hundert Höhenmeter musste man zu Fuss bewältigen und es war so steil, dass es auch ohne Bike auf dem Buckel sehr hart gewesen wäre. Wenn es einen Tod gibt, bei dem man nicht stirbt, dann war es das! Endlich oben angekommen stopfte ich mir bei der Verpflegung ein Stück Riegel in den Mund und machte mich auf die Abfahrt. Ich konnte kaum mehr atmen, weil ich den Mund so voll hatte, doch zum Glück ging es erstmals runter. Die letzte Gegensteigung konnte ich auch ziemlich zügig bewältigen und laut Streckenplan ging es nun nur noch hinunter! Wow das war eine Abfahrt…mit etlichen Kurven, Steinen, Absätzen und Bachdurchquerungen! Und plötzlich standen da viele Zuschauer, man fuhr in ein Zelt und ein Speaker kündete mich als zweite Frau im Ziel an. Was, bin ich schon im Ziel…das ging aber schnell! Klar ging es nicht schnell, für die knapp 70 Kilometer und über 3000 Höhenmeter brauchte ich 4 Stunden und 37 Minuten! Dies war schon ziemlich lang gegenüber meinen gewohnten 2 Stunden Rennen! Aber es machte Spass und es war eine gute Abwechslung…
Mit meiner Leistung bin ich auch sehr zufrieden, Overall, also mit den Männern zusammen belege ich den 30. Rang von sage und schreibe 1415 Athleten…bei den Frauen bin ich zweite von 82 Athletinnen! Dies sind schon unglaubliche Zahlen genau wie das ganze Rennen…
Resultate
© katrinleumann.ch, 2008-08-28
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