Weltcup Andorra (31. Mai 2008)

Am Dienstag machte sich Katrin Leumann mit zwei Nationalmannschaftskolleginnen auf den Weg nach Andorra. Da keine der drei Frauen in einem grossen Team ist, mussten sie alles selber organisieren sowie selbst hinfahren. Die Vorbereitung war somit eher ungewohnt und wohl nicht ganz optimal, trotzdem hatten es die drei Frauen gut untereinander. „Es war schon mehr Stress ohne wirkliche Betreuung“, meinte Leumann dazu. Dies bemerkte man dann beim Einfahren vor dem Rennen. Bei strömendem Regen suchte Leumann Unterschlupf in einem Teamzelt, musste aber vor dem Rennen wieder alles aufräumen und ins Auto bringen, welches eigentlich gar nicht auf dem Teamparkplatz hätte stehen dürfen. „Wir mussten es irgendwie organisieren, dass wir bis nach oben fahren durften. Mit allem Material wäre es unmöglich gewesen über einen Kilometer weg vom Start parkieren zu müssen“, sagte Leumann.
Als es Zeit war in die Startboxen zu gehen hatte auch der Petrus erbarmen mit den Fahrerinnen. Der Regen hörte auf, doch war die Strecke noch ziemlich durchnässt und auf über 1800 Metern über Meer herrschten noch winterliche Temperaturen.
Katrin Leumann startete für einmal etwas verhalten ins Rennen. „Ich habe ihr gesagt auf dieser Höhe darf man ja nicht überdrehen. Lieber etwas langsamer starten, dann aber einen guten Rhythmus finden und sich nach vorne arbeiten“, meinte ihr Trainer Andi Seeli. So fand Leumann in den ersten zwei Runden einen sehr guten Tritt und konnte sich knapp in den top 10 halten. „Katrin sah sehr gut aus, leider kam sie ab der dritten Runde nicht mehr mit dieser Lockerheit“, beurteilte Seeli die Situation.
Auf der nassen Strecke fand sich Leumann aber gut zurecht und holte in den rutschigen Abfahrten immer etwas Zeit heraus. Leider war sie zweimal etwas zu schnell und unkontrolliert, die Folge waren zwei Stürze. Sie stieg aber unverletzt wieder aufs Bike und fuhr unbeirrt weiter. Auf der letzten Runde konnte sie in einer technischen Abfahrt noch eine Chinesin ein- und überholen und kam somit auf dem 11. Rang durchs Ziel. Dies bedeutete zugleich, dass Leumann nun als dritte Schweizerin die Selektionskriterien für Olympia erfüllt hat. Leider sind in Peking nur zwei Schweizerinnen startberechtigt. Es sieht demnach so aus, dass Leumann trotz erfüllen der Kriterien, zu Hause bleiben muss…“Ich bin wieder am gleichen Punkt wie vor vier Jahren. Damals habe ich auch die Kriterien erfüllt und musste zuerst zu Hause bleiben. Ich bin trotzdem glücklich und weiss, dass ich eigentlich olympiatauglich wäre!“ sagt Leumann im Ziel.
© katrinleumann.ch, 2008-06-02
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