BMC Racing Cup in Muttenz vom 17. August 2014

17. August 2014

Nach den vielen Reisen genoss ich es wieder einmal im eigenen Bett zu schlafen und nützte den Vorteil, dass ich sogar mit dem Bike an den Start fahren konnte. Ein Heimrennen ist immer etwas Spezielles, viele Freunde und Bekannte fanden den Weg auf den Rennplatz und feuerten mich lautstark an.
Ich wusste nicht genau wo ich stand. Einerseits war ich die ganze Woche noch etwas müde vom Jetlag anderseits nagten die Schwierigkeiten in den vergangenen Wochen an meinem Selbstvertrauen. Trotzdem wollte ich an meinem Heimrennen ein gutes Rennen zeigen. Der Start war für einmal ziemlich gemächlich, denn wir hatten zuerst zwei Runden auf der Rennbahn zu absolvieren. Für einmal sah man andere Fahrerinnen an der Spitze, denn die Siegesanwärterinnen versteckten sich noch im Windschatten, doch dies änderte sich schlagartig, als es auf die erste reguläre Runde ging. Das Feld zog sich auf der langen Teergerade bis zum Aufstieg schon beachtlich auseinander. Ich erwischte eine gute Position und erreichte den ersten Wendepunkt an dritter Stelle liegend. Jolanda Neff verabschiedete sich eigentlich schon dort und fuhr fortan souverän an der Spitze. Dahinter versuchte ich im Singletrail an der Birs entlang zu Gunn-Rita Dahle aufzuschliessen, doch stattdessen wurde ich von Linda Indergand aufgeholt. Zusammen schafften wir es nach einer weiteren Runde zu Dahle aufzuschliessen. Als Trio versuchten wir Zeit auf Neff gut zu machen, doch dieses Unterfangen missglückte, Neff fuhr so stark, dass wir keine Chance hatten.
In den flachen Passagen, die es ja auf dieser Strecke reichlich hatte, bekundete ich etwas Mühe, fühlte mich dafür im kurzen Anstieg umso wohler. Leider konnte ich aber nie eine entscheidende Lücke aufreissen, dafür bog ich fast immer als erste in den flachen Trail an der Birs entlang ein und minderte so das Risiko, dass ich dort abgehängt werden konnte.
Da keiner von uns eine entscheidende Attacke gelang kam es nach 7 Runden und einer Stunde und 44 Minuten zum Sprint um die zwei verbleibenden Podestplätze. Ich kam als zweite hinter Dahle auf die Zielgerade und als wir gerade zu taktieren begannen, sprintete Indergand an uns vorbei. Ich konnte nicht mehr reagieren, ergatterte mir aber aus dem Windschatten heraus noch den 3. Schlussrang.
Endlich gelang mir wieder einmal ein gutes Rennen, welches mir am Schluss auch wieder einmal ein gutes Gefühl einbrachte. Umso schöner, wenn es sogar am Heimrennen ist.
Das Selbstvertrauen konnte wieder aufgebessert werden und ich freue mich nun auf die kommenden zwei Grossanlässe mit dem Weltcup Final in Méribel vom nächsten Sonntag und der WM von anfangs September.
©M.Studer

Weltcup in Windham (USA) vom 11. August 2014

11. August 2014

Die Strecke in Windham würde mir eigentlich gefallen. Die Charakteristik ist ein langer Aufstieg, welcher durch zwei kleinen Abfahrten unterbrochen wird. Über ein paar flache Verbindungsstücke und einen rasanten Downhill über Stock und Stein gelangt man wieder zurück ins Zielgelände. Doch wenn man nicht super Beine hat, wird der lange Aufstieg zu einer grossen Herausforderung.
Ich habe mir für das Rennen eigentlich eine bessere Platzierung als der 21. Rang erhofft. Scheinbar brauchten die Baustellen und die kleinen Entzündungen, die vom Sturz letzte Woche kamen, doch mehr Energie als ich eingestehen wollte. Es lief mir von Beginn an nicht wirklich rund, schon beim Start kam ich schlecht weg und lag nur knapp in den Top 20. Das Gefühl und die Kontrolle über den Puls waren nicht ganz so schlecht, wie es das Resultat widerspiegelt, im Moment reicht diese Leistung aber nicht um weiter vorne mitzufahren.
Klar bin ich enttäuscht über den Verlauf der letzten Rennen, hoffe aber für den Saisonendspurt nochmals Vertrauen in mich und mein Tun zu finden und gebe Alles für einen versöhnlichen Abschluss.

Nächstes Rennen: BMC Racing Cup in Muttenz am 18. August 2014

Weltcup in Mont S. Anne (CAN) vom 4. August 2014

5. August 2014

Mont Sainte Anne ist bereits ein Klassiker im Weltcup Zirkus und jedes Jahr kommt man hier nach Quebec und die Strecke ist erneut anders. In diesem Jahr wurde alt Bewährtes mit neuen Elementen aufgefrischt und weniger spektakuläre Teilstücke aus dem Rennen genommen. Der Rundkurs zeigte sich daher flüssiger als in den anderen Jahren, aber wurde konditionell durch einen weiteren, steilen Anstieg noch etwas schwerer. Ein neues technisches Element war ein Sprung über einen Bach und nach einer Pause ist auch die schwierige Steinabfahrt wieder in der Runde drin. Man musste sich also in Acht nehmen, die Konzentration auch zu behalten, wenn man konditionell am Limit fuhr.
Katrin Leumann konnte dank Absenzen von Fahrerinnen vor ihr in der ersten Startreihe ins Rennen gehen. Wie gewohnt, konnte Leumann schnell starten und kam von der Startrunde auf dem 8. Rang zurück. In den ersten Runden hielt sich Leumann in den Top 13 und hatte stets eine Gruppe vor sich, um möglicherweise noch einen Top 10 Platz zu ergattern. Jedoch just als es auf die 4. von 6 Runden ging unterlief der erfahrenen Athletin ein Fehler. In einer Steilwandkurvenkombination rutschte ihr im Flow das Vorderrad weg und Leumann landete unvorbereitet und mit voller Wucht auf der Brust. Es verschlug ihr den Atem und während dem sie nach Luft rang, fuhr Fahrerin um Fahrerin an ihr vorbei. „Es muss grausam geklungen haben als ich versuchte zu schnaufen denn einige Athletinnen, die mich passierten, fragten nach, ob alles in Ordnung war“, sagte Leumann. „Nachdem ich mich ein wenig gesammelt hatte und das Bike wieder soweit fahrtüchtig gemacht habe stieg ich wieder auf und fuhr weiter.“ Man sah Leumann jedoch an, dass es schwierig war wieder in den hohen Rhythmus zu kommen. Die Beine machten zu und drehten nur schwer, trotzdem kämpfte Leumann weiter. Ein zweiter Sturz in einem rutschigen Aufstieg machte das Unterfangen auch nicht einfacher, denn diesmal stürzte sie ungebremst auf den Rücken, konnte sich aber schnell wieder aufs Bike setzen und verlor keine weiteren Plätze. Obwohl Leumann in der letzten Runde nochmals etwas zulegen konnte, konnte sie sich rangmässig nicht mehr verbessern und beendete das Rennen auf dem enttäuschenden 21. Rang.
„Ich war zuerst überrascht wie gut es lief. Ich hatte immer noch Mühe mit dem Atmen und trotz einer Erkältung lief es viel besser als ich dachte. Der Sturz gab dann dem Unterfangen Top 10 leider ein jähes Ende“, sagte Leumann nach dem Rennen.
Nun gilt es sich so gut wie möglich zu erholen und die Blessuren behandeln zu lassen, denn bereits nächsten Sonntag steht das nächste Weltcuprennen in Windham (USA) an.
Next race, next chance...

Schweizermeisterschaft in Lostorf vom 20. Juli 2014

21. Juli 2014

Ich habe im Vorfeld alles unternommen um top vorbereitet an den Start zu gehen. Die Atemprobleme waren soweit behoben und die Beine drehten gut. Dementsprechend fühlte ich mich auch bereit zumindest um eine Medaille zu kämpfen. Eine Titelverteidigung war nach den gesundheitlichen Problemen sicher nicht realistisch und so fokussierte ich mich auf die Ränge dahinter. Ich startete gut, konnte das Feld den ersten Aufstieg hoch anführen und kam als 3. in die erste Abfahrt. Bei einem kurzen, steilen Gegenanstieg verhaspelte ich mich jedoch, touchierte eine Wurzel und musste absteigen. Dabei wurde ich von zwei weiteren Fahrerinnen überholt, die ich jedoch in der technischen Passage wieder hinter mir lassen konnte. Lange fuhr ich auf dem dritten Rang und konnte in der zweiten Runde in der schwierigen, rutschigen Abfahrt weiter Zeit gut machen nach hinten. Weil heftiger Regen einsetzte entschied sich die Rennleitung genau diese Passage zu streichen und so fuhren wir stattdessen auf einer Wiese dem Wald entlang. Fortan schmolz mein Vorsprung von Runde zu Runde und just zwei Runden vor Schluss konnte Esther Süss zu mir aufschliessen. Leider konnte ich ihr beim nächsten Anstieg nicht mehr folgen. Ich kämpfte aber weiter, denn bei diesem Wetter ist ein Rutscher und somit ein Sturz schnell passiert. Ich glaubte an meine Chance, gab alles, doch leider reichte es nur zur Ledermedaille und somit dem 4. Schlussrang. Sicher eine kleine Enttäuschung, aber ich war unheimlich froh, dass es zumindest mit Atmen wieder gut ging und ich wieder einmal an mein Limit gehen konnte.
Weiter geht es mit zwei Weltcuprennen in Übersee, bevor am 17. August das Heimrennen in Muttenz auf dem Programm steht, gefolgt von einem weiteren Weltcup und der WM anfangs September.

BMC Racing Cup in der Lenzerheide vom 13. Juli 2014

14. Juli 2014

Nach der langen Rennpause und den gesundheitlichen Problemen konnte ich überhaupt nicht einschätzen wo ich mich im Rennen positionieren könnte. Wahrscheinlich darum war ich für einen nationales Rennen doch ziemlich nervös. Ich nahm mir vor ruhig und konzentriert zu starten, mit wenig Fehlern über die Runden zu kommen und zufrieden über die Ziellinie zu fahren.

Der Start gelang mir sehr gut und zu meinem Erstaunen wurde nicht allzu schnell gestartet, was mir entgegen kam. Leider kamen nicht alle Fahrerinnen mit dem nassen Untergrund und den vielen Wurzeln, die sehr rutschig waren, zu recht und so wurde ich bereits in der ersten Abfahrt etwas gebremst. Im Wiesenaufstieg musste ich ein paar Konkurrentinnen passieren lassen, was aber auf Grund der internationalen Beteiligung auch keine Schande war. Ich versuchte ruhig zu bleiben und konzentrierte mich auf eine möglichst unverkrampfte Atmung. Was in einem Rennen auf rund 1500 Metern über Meer gar nicht so einfach ist!
Leider konnte ich das Tempo nicht über alle Runden so hoch halten, so überholte mich zur Rennhälfte eine dreier Gruppe. Ich versuchte dran zu bleiben und konnte meine konditionellen Schwächen mit meinen technischen Fähigkeiten immer wieder aufbessern. Leider musste ich hinter einer Französin, die sich etwas ungeschickt anstellte, absteigen und als Folge davon die längere B-Linie fahren. Da waren dann die zwei vorderen der Gruppe weg.
Unbeirrt fuhr ich mein Tempo weiter, bemerkte aber, dass die Atmung wieder anfing sich zu verkrampfen und ich so eigentlich gar nicht ans Limit gehen konnte. Zu meinem Erstaunen brach die Australierin vor mir in der letzten Runde ziemlich ein, was mich nochmals motivierte etwas härter in die Pedale zu treten. Auf der zweiten Hälfte der letzten Runde überholte ich sie und platzierte mich somit auf dem 8. Rang.
Zufrieden aber nicht das was ich eigentlich kann, lautet das Fazit des Tages. Schritt für Schritt, Tag für Tag muss ich jetzt geduldig nehmen bis ich wieder mein ganzes Potenzial ausschöpfen kann. Ob eine Woche bis zur SM am Sonntag in Lostorf reicht weiss ich nicht, aber ich werde mich kämpferisch zeigen.

Schwierige Wochen...

11. Juli 2014

Ich befand meine Atembeschwerden, die ich seit der EM mitherumschleppe als so einschränkend, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass sich die Ärzte dermaßen schwer tun mit einer Diagnose.
In den letzten Wochen rannte ich von Pontius zu Pilatus, doch niemand konnte mir eine befriedigende Lösung präsentieren. Statt eine Diagnose zu finden, arbeiteten wir am Ausschlussverfahren. Der Pneumologe konnte ein Asthma zu diesem Zeitpunkt ausschliessen, dem Hals-Nasen-Ohren Spezialist fiel ausser viel Schleim und wenig Platz auch nichts auf und schickte mich zu einer Logopädin…ja, das gibt es auch für Erwachsene und ist total spannend, aber so auf die schnelle konnte auch sie mir nicht helfen.
Vocal Cord Dysfunction, das weiter verbreitet ist als man denkt, und unter Belastung und Druck die Stimmbänder verengt und dadurch das Atmen erschweren lässt, konnten wir nach Gesprächen ebenfalls ausschliessen, da ich das Schwere-Atmen auch im Ruhezustand verspürte.
Die ungewisse Situation machte mir zu schaffen. Ich wusste nie genau, wie ich mich nach einem Training erholen würde, wusste nicht, ob überhaupt zu trainieren sinnvoll ist, war oft schlapp und müde und somit tat ich mich auch mit der Motivation ab und zu etwas schwer.
Zum Glück fanden wir just in dieser Woche, bevor die Rennen wieder los gehen, eine Therapie, die anschlug. Mit meinem Osteopathen Caius Schmid konnten wir durch lösen von Wirbeln, Rippen und Halsmuskulatur eine deutliche Verbesserung des Luftstroms erzielen und ich konnte nach einer gefühlten Ewigkeit endlich wieder einmal unbeschwert Luft holen.
Ob nun diese Behandlung und die schulmedizinische Therapie den hohen Belastungen eines Rennens Stand halten, kann ich noch nicht sagen, aber ich freue mich nun auf die bevorstehenden Rennen und die zweite Saisonhälfte!

Nächste Rennen:
13. Juli, BMC Cup, Lenzerheide
20. Juli, SM, Lostorf

EM und BMC Cup in Gränichen

19. Juni 2014

Es hat sich schon etwas gesetzt und Zeit heilt ja schliesslich alle Wunden. Doch leugnen kann ich es nicht, dass es mir Mitte Juni an der EM und beim BMC Cup in Gränichen sehr harzig lief und ich unerwartet schlecht abschnitt.

Nach dem Weltcup in Albstadt ging ich mit einem guten Selbstvertrauen an die EM nach St. Wendel in Deutschland. Ich durfte auch die ehrenvolle Aufgabe antreten und die Schweizer Staffel als Elite Damen vertreten. Eine Aufgabe, die ich in guter Erinnerung habe und bei der ich alles aus mir rausholen wollte. Leider gelang mir dies nicht. Ich merkte schon beim ersten, langen Asphaltanstieg, dass ich nicht überdrehen konnte. Das Verhältnis von "sauren" Beinen und der Atemfrequenz stimmte einfach nicht überein. Die Beine wollten schneller drehen, wollten mehr Druck auf die Pedale geben, doch ich bekam einfach zu wenig Luft bis in die Lungen. Ich versuchte alles, kämpfte bis zum Schluss, trotzdem übergab ich unter ferner liefen. Dank Martin Fanger (Elite Herren) verbesserten wir uns noch auf den 5. Schlussrang.
Meine Lunge erholte sich nicht mehr und ich hatte auch im Ruhezustand ein Krampf zum Atmen. Somit ging ich ziemlich verunsichert ins Einzelrennen am Sonntag. Ich nahm mir den Satz "alles oder nichts" zum Motto und hoffte in einen Flowzustand zu gelangen und doch noch vorne mitfahren zu können. Doch es ging eher gegen "nichts". Immer wenn ich versuchte meine normale Leistung abzurufen büsste ich doppelt und blieb fast stehen. Ich konnte mich auch in den Abfahrten nicht mehr genügend erholen, da der Sauerstofftransport im Körper einfach nicht stimmte und so beendete ich nach einer immerhin kämpferischen Leistung das Rennen auf dem enttäuschenden 25. Rang.

Nach einer Woche Pause und nur gerade 4 Stunden Freeriden stand ich beim HC Rennen in Gränichen am Start. Back to the roots nahm ich mir vor! Ohne Erwartungen, ohne Ersatzlaufräder, ohne Rolle zum Einwärmen und "nur" mit dem Trainingsbike am Start, wollte ich einfach nur das Rennen und die hervorragende Strecke geniessen. Auf und ab, über Wurzeln, Steine und Sprünge, hin und her, um schnelle und enge Kurven, so lässt sich die Strecke in Gränichen gut beschreiben. Das Resultat war für mich zweitrangig und so war ich im Ziel auch mit einem bescheidenen 12. Rang zufrieden.

Nun geht es daran die Lösung meiner Atembeschwerden zu finden. Es ist ja nun genügend Zeit und ich hoffe, dass ich beim BMC Cup in der Lenzerheide wieder zur alten Leistungsfähigkeit zurückgefunden habe.

Weltcup in Albstadt (D)vom 1. Juni 2014

4. Juni 2014

Mit guten Erinnerungen reiste Katrin Leumann ins deutsche Albstadt, denn sie konnte dort vor einem Jahr mit dem 3. Rang ihr bestes Weltcupergebnis realisieren.
„Mein Gefühl war jedoch die ganze Woche nicht ganz so gut, ich hatte noch schwere Beine vom Rennen in Nove Mesto und fühlte mich nicht ganz so frisch“, gab Leumann vor dem Rennen zu Protokoll.
Mit der Startnummer 10 startete Leumann aus der zweiten Reihe ins Rennen. Auf den ersten 100Metern konnte sie sich gut nach vorne arbeiten und versuchte in der ersten Waldpassage vor dem steilen Aufstieg noch weitere Positionen gut zu machen. Leider touchierte sie eine Konkurrentin, die sich gegen das Überholen wehrte und musste abbremsen und abstehen. Dadurch verlor Leumann den ganzen Schwung und reihte sich nur noch knapp in den Top 20 ein. Nach der ersten Runde konnte sie sich bis auf den 17. Rang vorarbeiten, aber dies entsprach natürlich nicht ihren Erwartungen.
„Ich blieb trotzdem ruhig, wollte nicht auf Biegen und Brechen bereits in der ersten Runde alle Plätze wieder gut machen und versuchte mich mit Köpfchen nach vorne zu arbeiten“, schilderte Leumann die Rennsituation. Dies gelang ihr sehr gut, von Runde zu Runde konnte sie sich Platz um Platz verbessern. Die zwei steilen Anstiege kamen ihr entgegen, sie konnte ein gutes Tempo fahren und mit regelmässigen Rundenzeiten holte sie Fahrerin um Fahrerin ein, die in der Startphase ein zu hohes Tempo angingen.
Mit der 6. Besten Rundenzeit zum Schluss verbesserte sich Leumann immerhin noch auf den 10. Rang und war schliesslich mit ihrer kämpferischen Leistung sehr zufrieden.
„Klar haben wir alle mehr erwartet, aber die Leitungsdichte ist momentan so hoch, dass wirklich alles zusammenpassen muss, um ganz vorne mithalten zu können“, sagte Leumann erschöpft und ausgepowert im Ziel.
Am Freitag steht für Leumann bereits der nächste Start auf dem Programm. Sie darf an den Europameisterschaften die Schweiz im Staffelrennen vertreten bevor es dann am Sonntag im Einzelrennen an den Start geht.

Weltcup in Nove Mesto (CZ) vom 25. Mai 2014

26. Mai 2014

Zwei neue Bikes standen zunächst im Vordergrund für Katrin Leumann vom Ghost Factory Racing Team. In den letzten Jahren entschied sich Leumann immer für ein Vollgfedertes Mountainbike, da die Strecke rund um das Biathlonstadion sehr ruppig ist und etliche Wurzeln und Löcher aufweist. Da Ghost ihr aber auch ein neues Hardtail zur Verfügung stellte, welches in den Farben der Schweizermeisterin lackiert wurde, fiel die Entscheidung schwer. Nach einer ausführlichen Streckenbesichtigung am Donnerstag, entschied sich Leumann zum ersten mal in Nove Mesto mit dem Hardtail zu starten. „Für mich waren die steilen Anstiege, welche man mit viel Zug und Druck zu erklimmen hatte Ausschlag gebend“, kommentierte Leumann ihre Wahl, „ich möchte nicht das Gefühl haben, mehr Energie zu verbrauchen als Nötig und ich mag das direkte Ansprechverhalten des Hardtails.“
So stand Leumann am Sonntag mit dem neuen Schweizer Ghost Bike am Start zum dritten Weltcup. Die ganze Woche begleitete sie ein gutes Gefühl und mit dem Vertrauen in die gute Vorbereitung mit der Strassenrundfahrt, erhoffte sie sich ein Resultat in den vorderen Rängen. Der Start aus der zweiten Reihe war etwas hektisch, nicht überall konnte sie sich durchsetzten, ab und zu wurde sie blockiert und im ersten schmalen Anstieg wurde sie von einer Konkurrentin so behindert, dass sie sogar absteigen und einige Meter Rennen musste. Der Schnellzug ganz vorne war demnach schon abgefahren, aber der Abstand zu den Verfolgerinnen blieb klein. Leumann liess sich nicht beunruhigen und fuhr einen guten Rhythmus mit dem Fokus nach vorne. „Jede Runde fühlte sich an, als wäre es die letzte. Die Abstände waren sehr klein und so war man immer daran aufzuholen oder man bekam den Druck von hinten zu spüren und versuchte sich von einer Einholung zu retten“, sagte Leumann. „Ich fühlte mich sehr gut während dem Rennen, brachte in den eher kurzen aber steilen Aufstiegen sehr viel Druck auf die Pedale und meisterte die holperigen Abfahrten über Steine und Wurzeln sturzfrei.“
In der letzten Runde wehrte sich Leumann nochmals erfolgreich gegen Aufschlussversuche der Konkurrenz von hinten. Leider reichten Leumanns Reserven jedoch nicht mehr um sich nach vorne zu verbessern. Nach 1h30 Renndauer erreichte Leumann das Ziel auf dem 9. Rang. Insgeheim hat sich Leumann ein etwas besseres Resultat erhofft, aber sie ist mit ihrer Leistung zufrieden und gab mit einem Lächeln zu Protokoll, dass heute einfach 8 Fahrerinnen schneller waren! Zum erweiterten Podest (5. Rang) fehlten schliesslich auch nur 30 Sekunden.
Am Sonntag hat sie bereits die nächste Möglichkeit ihr Können unter Beweis zu stellen und das Rennen im deutschen Albstadt ist ihr mit dem 3. Rang vom letzten Jahr noch in bester Erinnerung.

FriendsLife Women’s Tour als Vorbereitung für den kommenden Weltcup-Block.

20. Mai 2014

Katrin Leumann bestritt letzte Woche mit der Schweizer Nationalmannschaft in England ein Etappenrennen auf der Strasse. Nachdem Leumann zu Beginn ihrer Karriere öfters auf der Strasse anzutreffen war, kam es in den letzten Jahren kaum vor, dass sie ein Strassenrennen bestritt. So ging Leumann mit gemischten Gefühlen an dieses Projekt. „Ich bin schon etwas nervös. Ich weiss zwar, dass ich mich früher gut im Feld bewegen und behaupten konnte und dass ich auch international auf der Strasse mithalten konnte, doch wie der Mountainbikesport so hat sich auch der Strassensport extrem weiterentwickelt und ich kann überhaupt nicht sagen, wo ich stehe“, sagte Leumann ziemlich zurückhaltend. „Zudem bin ich mir nicht gewohnt mehrere Tage hintereinander Rennen zu fahren und somit den Fokus und die Motivation über mehrere Tage aufrecht halten zu können.
Die Rundfahrt nahe London bestand aus 5 Etappen von 87 bis 118 Kilometern. Die Etappen waren geprägt von welligem Terrain mit vielen Kurven und einer Abwechslung von breiten zu sehr schmalen Strassen. Wenn man Zeit dazu hatte, konnte man eine wunderschöne, englische Landschaft geniessen. Meistens blieb keine Zeit dafür. „Die ersten Tage brauchte ich die vollste Konzentration um im Feld zu fahren. Was im Fernsehen meist sehr dynamisch aussieht ist in Wirklichkeit eher hektisch und ein stetiger Kampf um jede Position“, erklärt Leumann, „ein Verkehrsteiler, ein geparktes Auto oder ein Kreisel bringt das ganze Feld wieder durcheinander und wenn man sich nicht behaupten kann und jede Lücke ausnützt ist man im Nu ganz hinten. Von dort kann man auf keine Tempoverschärfungen reagieren, verbraucht viel mehr Energie durch den Handorgeleffekt und ist in der Gefahrenzone für Stürze.“ So versuchte Leumann immer in den vorderen Reihen zu fahren und man bemerkte bald, dass sie das Strassenfahren nicht verlernt hat. Sie konnte sogar jüngeren Teammitgliedern wertvolle Tipps geben und ihnen das Fahren im Feld vereinfachen.
Leumann war froh, die 5 Tage überlebt zu haben. „Es ging uns um keine Klassierungen sondern vor allem um das gute Training für die kommenden MTB Rennen“, erklärte Leumann. Die Rundfahrt wurde vom Weltradsportverband in die höchste Kategorie eingeteilt und für Frauen gibt es nur 2 bis 3 so hoch eingestufte Rennen. Das hiess auch, dass alle grossen Teams mit der besten Besetzung am Start standen und somit das Rennen auf höchstem Niveau ausgetragen wurde. Die Schweizer Nationalmannschaft bestückt aus 4 Mountainbikern und 2 Strassenfahrerinnen konnten somit kaum bemerkenswert ins Renngeschehen eingreifen. Nur Jolanda Neff behauptete sich im Kampf um das Bergpreistrikot, musste sich aber ohne grosse Hilfe vom Team auf der letzten Etappe geschlagen geben und wurde zweite in dieser Wertung. Für die anderen ging es vor allem ums Überleben. Erfolgreich hinter Jolanda Neff schaffte dies nur Katrin Leumann, die anderen vier mussten das Rennen vor oder noch in der letzten Etappe aufgeben.
Die positive Auswirkungen der 5 harten Tagen erhofft sich Leumann nun am kommenden Sonntag. Mit dem Rennen in Nove Mesto (CZ) steht der 3. Weltcup auf dem Programm gefolgt vom Weltcup in Albstadt (D) am 1. Juni und den Europameisterschaften vom 8. Juni in St. Wendel ebenfalls in Deutschland.

Weltcup in Cairns (AUS) vom 27. April 2014

13. Mai 2014

Es ist zwar schon einige Wochen her, doch der Weltcup in Australien bleibt mir in bester Erinnerung. Die Streckenbauer haben hier eine wunderschöne Runde angelegt. Direkt hinter der Universität von Cairns im angrenzenden Nationalpark fand unser Rennen statt. Die Strecke gefiel mir schon nach der ersten Runde. Nach einer flowigen Passage über Wellen und Sprünge kam man zum Aufstieg, der sich im Zick Zack bis zum höchsten Punkt schlängelte. Ja, einige Athleten haben auch richtige Schlangen gesehen…Im Aufstieg konnte man immer zwischen einer etwas längeren dafür flüssigen Linie oder einer ruppigen Abkürzung wählen. Ein guter Mix ergab dann die schnellste Linie, bei der man nicht zu viel Kraft verpuffte. Für die Abfahrt brauchte man vollste Konzentration. Die rutschigen Felspassagen oder die Steinabsätze musste man genau richtig anfahren und im richtigen Tempo hinunter rollen, ansonsten landete man unsanft auf dem Urwaldboden. Der letzte Teil der Abfahrt war dann sehr schnell und flüssig über einige Wellen bei denen man durch das hohe Tempo auch mal abhob. Auf den letzten Kilometern musste man noch einen kurzen aber steilen Aufstieg über Steinstufen und Baumstämme bewältigen. Die folgende Abfahrt war durch die Feuchtigkeit ziemlich rutschig und es war gar nicht so einfach über all die Steine die richtige Linie zu halten. Der letzte Kilometer war dann flach und kurvig bevor man auf die lange Zielgerade einbog.
Nach den heftigen Regenfällen die Tage vor unserem Rennen zeigte sich das Wetter an unserem Renntag von der besten Seite, sonnig, heiss und feucht. Meiner Lunge tat dies sehr gut und ich hatte nach dem Rennen nicht einmal den üblichen Husten zu beklagen.
Vom Start weg hatte ich einen guten Druck auf den Pedalen. Ich konnte mich in den Top 10 halten und schaltete im langen Aufstieg auf meinen Rhythmus um. Zu meinem erstaunen war mein Tempo genug hoch, so dass keine weiteren Fahrerinnen mich überholen konnten.
In der Mitte des Rennens hatte ich plötzlich einen kleinen Durchhänger, doch durch gutes Zureden bewältigte ich die Situation und konnte auf der letzten Runde sogar nochmals das Tempo erhöhen. Leider war der Abstand nach vorne aber schon zu gross und ich konnte meine Platzierung nicht mehr verbessern. Ich überquerte die Ziellinie als 7. und war überaus zufrieden mit dem Resultat!
Dank der guten Teamleistung eroberten wir als Ghost Factory Racing Team den ersten Rang in der Gesamtwertung und dürfen nun in Nove Mesto mit den gelben Startnummern des Leaders ins Rennen gehen.

Weltcup in Pietermaritzburg (RSA) vom 13. April 2014

16. April 2014

Mit einem guten Gefühl reiste ich direkt von Nals über München, Johannesburg und Durban nach Pietermaritzburg. Die Reise verlief gut und wir kamen nach einer eher kurzen Nacht im Flieger mit dem kompleten Gepäck an unserem Zielort an.
Die Strecke in Pietermaritzburg wurde fast komplet neu überarbeitet. Die Aufstiege wurden kürzer, die Rockgardens neu gestaltet und hin und wieder wurde ein Sprung eingebaut.
Nach anfänglichem Zögern bewältigte ich jede technische Passage und von Tag zu Tag nahm auch die Andrenalinausschüttung ab. Bis zum Renntag hatte ich dann die Strecke so weit im Griff, dass ich beruhigt an den Start stehen konnt.
In der Mittagshitze bei rund 30 Grad wurden wir auf die fünf Runden geschickt. Da es keine Startrunde gab und die Strecke schon nach wenigen 100 Metern schmal wurde, wollte ich unbedingt schnell starten. Direkt hinter meiner schwedischen Teamkollegin reihte ich mich beim ersten Singletrail an zweiter Stelle ein. Ohne zu hadern meisterten wir das erste Steinfeld und die Sprünge. In den folgenden Anstiege musste ich leider etwas Tempo herausnehmen und konnte bei den wenigen Passagen, bei denen man überholen konnte, leider die Attacken der Gegnerinnen nicht kontern. Es fiel mir schwer einen Rhythmus zu finden, die Abstände blieben zu beginn relativ klein und so kam es immer wieder zu Positionskämpfen, die mir zusetzten. Just als ich mir vornahm eine Aufholjagd zu starten und versuchte die Gruppe vor mir wieder einzuholen, verliessen mich die Kräfte. Ich konnte auch der letztjährigen Gesamtweltcupsiegerin nicht mehr anhängen und versuchte fortan auf den letzten 1.5 Runden meine Position zu halten. Zum Glück waren die Abstände nach hinten genug gross und ich konnte trotz Einbruch den 15. Rang ins Ziel retten. Ich habe mir schon ein etwas besseres Resultat vorgestellt, doch es lag keine bessere Platzierung drin trotz Kampf und Einsatz. Und Top 15 ist auch ja auch kein grober Absturz.

Vorschau Weltcup Pietermaritzburg

12. April 2014

Endlich geht es los...morgen steht der erste Weltcup der Saison in Pietermaritzburg (Südafrika) auf dem Programm. Der Kurs ist gegenüber dem letzten Jahr total neu gestaltet. Die Aufstiege sind etwas kürzer und somit werden auch die Abfahrten kürzer und somit die Erholungszeit spärlicher. Zudem sind die Abfahrt immer wieder mit Adrenalinkicks gespickt, sprich Steinfelder oder Sprünge.
Ihr könnt das Rennen live mitverfolgen auf Redbull.tv. Mein Start ist um 13 Uhr.
Hier gehts zur Übertragung: http://www.redbull.com/za/en/bike/event-series/1331615760167/uci-mountain-bike-world-cup-2014

Merlene Sunshine-Race in Nals (I) vom 6. April 2014

6. April 2014

Zum ersten Mal stand Katrin Leumann vom Ghost Factory Racing Team in Nals an der Startlinie. In einer wunderschönen Region umgeben von zahlreichen in Blüte stehenden Apfelbäumen fand das traditionelle Rennen statt. Die Strecke bekommt ihren Charakter durch den langen Aufstieg, der sich in vielen Spitzkehren hinauf windet bis zu den Weinbergen. Nach einer Schleife auf dem Hochplateau geht es in einer rasanten Abfahrt über Stock und Stein wieder hinunter ins Städchen, um einige Hausecken und Apfelplantagen zurück zum Start- und Zielgelände.
Die Elite Damen hatten eine Startrunde und 5 Runden über 5 Kilometer zu bewältigen. Neben der Lokalmatadorin Eva Lechner standen weitere internationale Grössen wie Gunn-Rita Dahle aus Norwegen, Alexandra Engen aus Schweden oder Elisabeth Osl aus Österreich am Start. Alle nutzten die letzte Gelegenheit vor dem Weltcupstart in einer Woche zum finalen Formtest.
Die Startrunde konnte Katrin Leumann an führender Position beenden, danach reihte sie sich in der 3-köpfigen Spitzengruppe mit Dahle und Lechner ein.
In der zweiten und dritten Runde verlor Leumann immer mal wieder den Anschluss und es sah danach aus, dass ihre Teamkolleginnen von hinten aufschliessen könnten, doch genau als niemand mehr damit rechnete, drehten sich bei Leumann die Beine etwas schneller als bei ihrer Konkurrenz und sie schloss in der zweitletzten Runde just beim höchsten Punkt wieder zum führenden Duo auf. „Ich war auch überrascht als ich plötzlich wieder Boden gut machen konnte und immer näher heran kam. Eigentlich habe ich eher damit gerechnet, dass ich eingeholt werde“, meinte Leumann zur Rennsituation.
Geschlossen ging es auf die letzte Runde. Lechner bog als erste in den schmalen Aufstieg ein, gefolgt von Leumann und Dahle. „Ich hatte das Gefühl, dass taktiert wird und daher das Tempo etwas zusammenfiel, da ich aber nicht wollte, dass von hinten Fahrerinnen heranbrausen konnten, überholte ich Lechner und forcierte das Tempo“, schildert Leumann, „ein paar Spitzkehren weiter bemerkte ich, dass die anderen reissen lassen mussten, dies beflügelte mich total.“
Bis zum höchsten Punkt konnte sie sich einen genügend grossen Vorsprung herausfahren, so dass sie in der Abfahrt sicher und ohne Risiko hinunterfahren konnte. Mit knapp 20 Sekunden Vorsprung konnte Leumann ihren ersten Saisonsieg feiern.
Die Weltcup-Hauptprobe ist somit geglückt. Jetzt heisst es sich gut erholen und ohne Zwischenfälle nach Südafrika zu reisen, wo am Sonntag der erste Weltcup über die Bühne geht.

BMC Cup in Buchs vom 23. März 2014

24. März 2014

Dem Schnee zum Opfer gefallen…
Dass das schlechte Wetter bis zum Sonntag auch den Weg bis ins Rheintal finden würde, war klar, dass es aber gleich zur Mittagszeit, welches normalerweise die wärmste Tageszeit ist, zu schneien beginnen würde, damit war nicht zu rechnen geschweige dann nach den Sommertagen zuvor es zu glauben.
Katrin Leumann vom Ghost Factory Racing Team nahm es gelassen zur Kenntnis und bereitete sich dem entsprechend vor. "Ich habe zwei paar Socken angezogen und dazwischen einen Plastiksack montiert, damit die Füsse möglichst warm und trocken bleiben. Zudem habe ich unter die normalen Handschuhe ein paar Windstopper angezogen und bin mit dem Gilet gestartet, was auch fast nie vorkommt", sagte Katrin.
Im Schneegestöber startete Leumann gut. Bei der ersten Passage, bei der man zwei Abzweiger wählen konnte, nahm sie die kürzere Variante die Treppe hoch, da alles schon nass und aufgeweicht war, musste man sowieso zu Fuss gehen. Dort konnte sie sich direkt auf den 2. Rang vorschieben und meisterte auf dieser Position den nächsten Aufstieg. Bis zum höchsten Punkt musste Leumann jedoch noch zwei Fahrerinnen passieren lassen, sie konnten sich aber noch nicht wirklich absetzen. Die Abfahrt war gespickt mit vielen spitzen Steinen und wurde durch die Nässe rutschig und unberechenbar. " Da meine Brille schon gesprenkelt war mit Drecktropfen sah ich die Linie nicht genau, daher war ich eigentlich sorgfältig unterwegs und wollte in der ersten Downhillpassage nichts riskieren. Leider erwischte ich mit dem Hinterrad trotzdem einen spitzen Stein", schilderte Leumann die Situation. Die Folge davon war ein luftloses Hinterrad, welches in der Techzone gewechselt werden musste. So kam Leumann erst auf dem 12. Rang das erste Mal über die Ziellinie. Es waren aber noch 4 Runden zu fahren und einer Aufholjagd stand nichts im Wege…ausser dem nasskalten Wetter. Leumann kam nicht mehr auf Touren, konnte keine Ränge mehr gut machen und musste schliesslich unterkühlt das Rennen aufgeben.
"So habe ich mir den Schweizer Start in die Saison wahrlich nicht vorgestellt, doch nachdem ich weder die Hände noch die Füsse spüren konnte und die kalte Luft auf der Lunge zu fest brannte musste ich das Rennen eine Runde vor Schluss beenden", sagte Leumann etwas konsterniert.

Afxentia Stage Race

8. März 2014

Vergangene Woche bestritt ich hier auf Zypern das Mountainbike Etappenrennen Afxentia, welches auf dieses Jahr von 3 Etappen auf 4 Renntage verlängert wurde. Das Startfeld ähnelte schon fast einem Weltcupfeld. Es standen nicht weniger als 6 Fahrerinnen aus den Top 10 an der Startlinie.
Am Donnerstag wurde das Rennen mit einem Einzelzeitfahren auf einer Cross Country Runde eröffnet. Ich fühlte mich gut, kämpfte und versuchte mich zu wehren, dass mich niemand von hinten einholte. Leider gelang mir dies nicht wirklich…schliesslich reichte es nach 16 Minuten und 30 Sekunden für den 10. Zwischenrang. Die nächsten zwei Renntage hatten den Charakter eines Marathonrennens. Eine grosse Runde mit langen Aufstiegen und einer Renndauer von ca. 2 Stunden und mehr…Nachdem ich am Freitag den 11. Rang erreichte, lief es mir am Samstag bei der dritten Etappe überhaupt nicht. Ich hatte keine Kraft mehr in den Beinen und musste am Berg ziemlich viele Fahrerinnen an mir vorbei lassen. Zum Glück kann man mit müden Beinen immer noch schnell hinunter fahren. Ich freute mich auf die lange Singletrailabfahrt und konnte dann auch einige Fahrerinnen ein- und überholen. Der 16. Rang war dann jedoch trotzdem etwas enttäuschend.
Zum Schluss stand noch ein Cross Country Rennen auf dem Programm. Das Härteste wurde zum Schluss aufgespart. Nach einer intensiven Rückenbehandlung bei unserem Physio waren dann die Beine am Sonntag erstaunlich gut, die Kraft kam zurück und ich hatte ein gutes Gefühl. Es resultierte der 11. Rang, somit konnte ich mich in der Gesamtwertung noch um zwei Ränge verbessern und beendete das Etappenrennen auf dem 12. Schlussrang.
Resultatmässig als Titelverteidigerin sicher eine Enttäuschung, doch mit etwas Distanz und einer Analyse muss ich sagen, dass ich nach 10 Wochen Training einfach noch nicht so weit bin wie die Konkurrenz. Es bleibt ja noch Zeit...
©Armin Küstenbrück

Bereits in Zypern...

22. Februar 2014

Entschuldigung, dass die Probleme mit der Homepage etwas länger dauerten und ich euch nicht aktuell auf dem Laufenden halten konnte. Nun sollte es jedoch keine Verzögerungen mehr geben!

Die dritte und letzte Woche in Stellenbosch genoss ich nochmals in vollen Zügen. Das Training stand zwar immer noch im Vordergrund, doch durften auch ein paar Sachen wie auswärts Frühstücken, einen Ausflug zur Waterfront, meinen Geburtstag feiern oder die wunderschöne Tour rund um das Kap der Guten Hoffnung nicht fehlen. Dies gehört einfach zum Aufenthalt in Südafrika.

Nach einer ziemlich aktionvollen Woche zu Hause mit Sitzung, Leistungstest, Skifahren und Geburtstag nachfeiern bin ich nun schon wieder in der Wärme!
Bereits zum dritten mal bin ich mit meinem Team auf Zypern und wir werden hier neben vielen Trainingsstunden auch schon die ersten Rennen fahren. Das Teilnehmerfeld ähnelt fast einem Weltcup mit 6 Fahrerinnen aus den Top 10…eigentlich finde ich das Niveau für diese Jahreszeit etwas zu hoch, dennoch versuche ich mein Bestes zu geben.
Das Wetter hat mich in den ersten Tagen positiv überrascht, es war viel wärmer und sonniger als noch die Jahren zuvor. So darf es weitergehen :-)

Trainingslager in Südafrika, Halbzeit

31. Januar 2014

Bereits sind schon wieder 14 Tag vergangen seit dem Sarah und ich in Zürich in den Flieger stiegen und über Nacht vom Winter in den Hochsommer reisten. Seit 2007 komme ich, mit einer Ausnahme, jährlich hier nach Stellenbosch ins Trainingslager. Vor allem das konstant warme und trockene Wetter sowie die guten Trainingsmöglichkeiten führen mich immer wieder nach Südafrika. Nebenbei ist auch das Essen ausgezeichnet, die Leute freundlich und aufgestellt und mit 20 000 Studenten immer etwas los.Auch beim Trainieren im Fitness oder auf dem Rad trifft man immer wieder Athleten, einheimische oder solche, die vom Winter flüchten. Eben, es ist immer etwas los.Mein Training verläuft planmässig und ich bin sehr zufrieden wie ich vorankomme. Klar sind nach zwei Wochen die Beine nicht mehr ganz so frisch, bei jeder Bewegung zwickt etwas oder man spürt die Säure, doch dies gehört zu einem Trainingslager und zeigt mir, dass ich nicht in den Ferien bin. Bereits steht schon die letzte Woche an, welche nochmals sehr abwechslungsreich wird. Neben Kraft und Ausdauer kommen immer wieder auch kurze und intensive Einheiten dazu, die mich bei Laune halten...Zuerst geniesse ich aber noch den wohlverdienten Ruhetag. Nachdem nun einige Körperstellen schon ordentlich Sonne abgekriegt haben und sich schön bräunen sollte ich nun auch etwas Zeit investieren das Streifenhörnchen Kostüm etwas zu verbleichen lassen. Sonne gibt es bestimmt, ist nur die Frage, ob ich es genug lange beim Faulenzen aushalten werde…

Basler Sportlerin des Jahres!!!

20. Januar 2014

Heute Abend wurde mir zum zweiten Mal in meiner Karriere die Ehre zur Basler Sportlerin des Jahres erteilt. Ich bin unheimlich stolz, dass meine Leistungen so viel Anerkennung gewinnen.
Meine ehemalige Stellenpartnerin im Kindergarten, Christa Conti, hielt für mich eine unglaublich berührende und schöne Laudatio. Auch dank ihrem Verständnis hatte ich die Möglichkeit so grossartige Erfolge zu feiern.
Danken möchte ich auch meinem ganzen Umfeld, welches mich seit Jahren mit viel Geduld und Verständnis begleitet und unterstützt. Und damit es auch finanziell klappt danke ich ganz herzlich dem Kanton Baselstadt für den Zustupf sowie der Sporthilfe und meinem Team Ghost Factory Racing.

GANZ HERZLICHEN DANK

Radquer Schweizermeisterschaft in Bussnang vom 12. Janaur 2014

13. Januar 2014

Wenige Zentimeter entschieden bei der gestrigen Radquer Schweizermeisterschaft über Gold und Silber...ein harter Zielsprint entschied nach gut 44 Minuten das spannende Rennen der Damen, die Siegerin stand erst nach der Konsultation des Zielfilmes fest. Katrin Leumann vom Ghost Factory Racing Team musste sich zum siebten Mal in Folge geschlagen geben.

Denkbar schlecht startete die unmitelbare Vorbereitung für Katrin Leumann, nach einer heftigen Grippe im Dezember erwischte sie just zwei Tage vor dem Rennen einen Magen-Darm Infekt. Trotz der Schwächung fühlte sie sich bereit für das Rennen. " Ich habe mich so gut wie möglich auf die SM vorbereitet, die Magenprobleme kamen in einem denkbar schlechten Zeitpunkt aber bereits am Samstag konnte ich wieder essen auch wenn es eher ein Zwang war als ein Genuss. Heute fühle ich mich fit und besser vorbereitet als noch bei meinem ersten Radquer Rennen im Dezember," äusserte sich Leumann vor dem Rennen.

Das Rennenin Bussnang wurde auf der traditionelen Strecke ausgeführt. Für einmal führte das milde und trockene Wetter dazu, dass die Strecke sehr schnell war und es kaum tiefe, schlammige Wiesenpassagen gab. Der Start erfolgte auf der langen Zielgeraden. Sina Frei übernahm sofort das Tempodiktat gefolgt von Katrin Leumann. Dahinter bildeten sich bereits in der ersten Runde grössere Lücken und es war nur Jane Nüssli, die noch zum Spitzenduo aufschliessen konnte und danach immer wieder dafür sorgte, dass das Tempo hoch blieb. Zu Rennhälfte musste jedoch auch Jane Nüssli abreissen lassen und schaffte den Anschluss nicht mehr. Katrin Leumann und Sina Frei sorgten für ein spannendes Rennen bis in der zweitletzten Runde als Katrin Leumann in einer holprigen Abfahrt und der anschliessenden Laufpassage die Kette hinausfiel. Sina Frei versuchte ihren Vorteil darauszuziehen und fuhr eine kleinen Vorsprung heraus. Auf die letzte Runde kam Leumann mit rund 7 Sekunden Rückstand. " Ich setzte alles daran die Lücke wieder zu schliessen und das Malheur vergessen zu machen," schilderte Leumann die Situation. Beim letzten Anschtieg knapp 1Kilometer vor der Zieleinfahrt erkämpfte sich Leumann den Anschluss und liess es auf einen Sprint ankommen. Wahrscheinlich gut 50 Meter zu früh zog Leumann den Sprint an und vermochte auf den verbleibenden 200 Meter keine Lücke herauszufahren. Die junge Sina Frei schob sich wohl ein paar wenige Zentimeter vor Leumann über die Ziellinie. " Sina zeigte eine sehr gute Cross-Saison und hat daher auch verdient gewonnen. Klar hätte ich gerne innerhalb von 6 Monaten einen zweiten Schweizermeistertitel gefeiert, aber unter diesen Umständen bin ich auch mit silber zufrieden," erleuterte Leumann nach dem Rennen.
© katrinleumann.ch, 2008-05-25 22:33
-> z-login